Zunächst möchten wir die ignatianische Gebetszeit mit einer Schriftstelle vorstellen.

Die Bibelstelle wählen, mit dem ich beten will.

Mir den Raum schaffen. Äußere Stille: An einem ruhigen Platz die Körperhaltung einnehmen, die mir jetzt hilft, wach da zu sein.

Innere Stille: Mir bewusst werden, dass ich ungestört Zeit habe für mich – vor Gott/Jesus Christus. Ich brauche nichts zu leisten. Ich darf da sein mit meinem ganzen Sein, mit Körper, Geist und Seele, mit allem, was mich beschäftigt, so wie ich jetzt bin – in seiner Gegenwart.

Mich in meinem Leib wahrnehmen, den Atem kommen und gehen lassen, Störungen (Geräusche, Gedanken ...) ziehen lassen.

Bitten, dass ich jetzt ganz ausgerichtet sei auf Gott, dass Sein Geist jetzt in mir bete.

Den Schrifttext lesen, mir den „Schauplatz“ , die Atmosphäre vergegenwärtigen.

Erbitten, was ich jetzt wünsche oder ersehne: vielleicht, dass Er mich ansprechen möge; dass ich Ihm begegnen darf – oder dass ich nicht taub sei für Sein Wort und Seine Einladung, sondern voll Bereitschaft mich öffne – oder dass ich schon sehen darf, was Er mir mit dieser Schriftstelle für mein Leben sagen will.

Den Schrifttext – vielleicht laut – langsam durchgehen, Wort für Wort, Satz für Satz. Das Geschehen auf mich wirken lassen, innerlich daran teilnehmen, schauen, hören, sprechen, glauben. Bei dem bleiben, wo ich angesprochen bin, es einsinken lassen, mich betreffen lassen. Wenn mich nichts betrifft: aushalten, warten, hoffen ...

Anknüpfen an das, was ich zu Beginn als Wunsch oder Sehnsucht ausgesprochen habe; versuchen, mit Gott/Jesus Christus ins Gespräch zu kommen: danken, fragen, loben, bitten ... z.B. um Entschlossenheit, den richtigen nächsten Schritt zu tun ...

Nach der Gebetszeit sehen, wie es mir ergangen ist, was in mir nachklingt. Vielleicht einiges davon aufschreiben.

Nach Ignatius von Loyola


Es folgt die Anleitung zur Meditation Wort für Wort

Ignatius von Loyola nennt diese Gebetsweise im Exerzitienbuch „Die zweite Weise zu beten“ (EB 249). Es klingt fast zu einfach: Jedes Wort eines Textes soll bedacht und „durchbetet“ werden.

Er stellt diese Weise am Beispiel des Vaterunsers dar. Nimmt man sich sonst das gewöhnliche Zeitmaß, um dieses Gebet zu sprechen, soll der Beter jetzt Wort für Wort betrachten – und sich dabei für ein einzelnes Wort ruhig eine längere Zeit nehmen, je nachdem, so lange, wie er es „verkosten“ mag.

Diese Gebetesweise lässt sich genauso auf einen Bibeltext oder einen anderen Text anwenden.

Ich kann den Text laut lesen, von Wort zu Wort, und kann bei einem einzelnen Wort oder einem Satzteil bleiben, wo ich besonders angesprochen werde und vielleicht zum Staunen oder Nachdenken komme.

Gedanken, Gefühle, Bilder, Erinnerungen oder Assoziationen, die sich zeigen, versuche ich ins Gespräch mit Gott zu bringen: Dank, Lob, Bitte, Klage & , was immer ausgelöst wird, darf seinen Raum haben und mein Gebet bestimmen.

Willi Lambert SJ


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