Drei wichtige Gebetsweisen der ignatianische Spiritualität möchten wir Ihnen in ihren einzelnen Schritten vorstellen.

Gebet der liebenden Aufmerksamkeit

... der
Tagesrückblick nach Ignatius von Loyola. – Nehmen Sie sich 10 bis 15 Minuten Zeit. Suchen Sie sich einen Platz, an dem Sie ungestört sind. Kommen Sie zur Ruhe, auch mit dem Körper.

1. Danken Sie Gott für das eigene Geschöpfsein und für Seine Gegenwart in Ihrem Leben.

2. Bitten Sie Gott, sich und den Tag ehrlich anschauen zu können.

3. Gehen Sie den Tag (z.B. Stunde um Stunde) durch. Erinnern Sie sich - ohne zu werten - an Ihre Tätigkeiten, Begegnungen, Gefühle, Gedanken usw. Wo empfinden Sie Freude und Trost? Wo empfinden Sie Ärger oder Unzufriedenheit; was war schmerzlich oder enttäuschend?

4. Sprechen Sie mit Gott: Danken Sie für alles, was gut und gelungen war. Bitten Sie um Trost oder Versöhnung für das, was dunkel oder schuldhaft war. Vertrauen Sie sich mit allem Gottes Liebe an.

5. Schauen Sie auf den nächsten Tag: Was haben Sie vor? Vertrauen Sie Gott Ihre Hoffnungen und Befürchtungen an.

6. Schließen Sie mit einem Vaterunser.


Das Gespräch der Barmherzigkeit

Indem man sich Christus, unseren Herrn, vorstellt, vor einem und ans Kreuz geheftet, ein Gespräch halten: Wie er als Schöpfer gekommen ist, Mensch zu werden und von ewigem Leben zu zeitlichem Tod, und so für meine Sünden zu sterben.

Wiederum, indem ich mich selbst anschaue:

• das, was ich für Christus getan habe;
• das, was ich für Christus tue;
• das, was ich für Christus tun soll.

Und indem ich so ihn derartig sehe und so am Kreuz hängend, über das nachdenken, was sich anbietet.

Das Gespräch wird gehalten, indem man eigentlich spricht, so wie ein Freund zu einem anderen spricht oder ein Diener zu seinem Herrn, indem man bald um irgendeine Gnade bittet, bald sich wegen einer schlechten Tat anklagt, bald seine Dinge mitteilt und in ihnen Rat will. Und ein Vaterunser beten.

Exerzitienbuch des Ignatius von Loyola, 53 und 54


Die Betrachtung, um Liebe zu erlangen

230 Das erste ist: Die Liebe muss mehr in die Werke als in die Worte gelegt werden.

231 Die Liebe besteht in Mitteilung von beiden Seiten: nämlich darin, daß der Liebende dem Geliebten gibt und mitteilt, was er hat, oder von dem, was er hat oder kann; und genauso umgekehrt der Geliebte dem Liebenden. 2 Wenn also der eine Wissen hat, es dem geben, der es nicht hat; wenn Ehren; wenn Reichtümer; und genauso gegenseitig. 3 Gewohntes Gebet.

234 Die empfangenen Wohltaten von Schöpfung, Erlösung und besonderen Gaben ins Gedächtnis bringen, indem ich mit vielem Verlangen wäge, wieviel Gott unser Herr für mich getan hat und wieviel er mir von dem gegeben hat, was er hat, und wie weiterhin derselbe Herr sich mir nach seiner göttlichen Anordnung zu geben wünscht, sosehr er kann.

Und hierauf mich auf mich selbst zurückbesinnen, indem ich mit viel Recht und Gerechtigkeit erwäge, was ich von meiner Seite seiner göttlichen Majestät anbieten und geben muss, nämlich alle meine Dinge und mich selbst mit ihnen, wie einer, der mit vielem Verlangen anbietet: „Nehmt, Herr, und empfangt meine ganze Freiheit, mein Gedächtnis, meinen Verstand und meinen ganzen Willen, all mein Haben und mein Besitzen.
5 Ihr habt es mir gegeben; Euch, Herr, gebe ich es zurück. Alles ist Euer, verfügt nach Eurem ganzen Willen. Gebt mir Eure Liebe und Gnade, denn diese genügt mir.“

235 Schauen, wie Gott in den Geschöpfen wohnt:

• in den Elementen, indem er Sein gibt;
• in den Pflanzen, indem er belebt;
• in den Tieren, indem er wahrnehmen macht;
• in den Menschen, indem er Verstehen gibt;

und so in mir,

• indem er mir Sein gibt;
• indem er beseelt;
• indem er wahrnehmen macht
• und indem er mich verstehen macht;

ebenso indem er einen Tempel aus mir macht, da ich nach dem Gleichnis und Bild seiner göttlichen Majestät geschaffen bin.

236 Erwägen, wie Gott sich in allen geschaffenen Dingen auf dem Angesicht der Erde für mich müht und arbeitet, das heißt sich in der Weise eines Arbeitenden verhält, wie in den Himmeln, Elementen, Pflanzen, Früchten, Herden usw., indem er Sein gibt, erhält, belebt und wahrnehmen macht usw. Danach mich auf mich selbst zurückbesinnen.

237 Schauen, wie alle Güter und Gaben von oben herabsteigen, etwa meine bemessene Macht von der höchsten und unendlichen von oben, und genauso Gerechtigkeit, Güte, Freundlichkeit, Barmherzigkeit usw.; so wie von der Sonne die Strahlen herabsteigen, vom Quell die Wasser usw. Danach enden, indem ich mich auf mich selbst zurückbesinne. Enden mit einem Gespräch und einem Vaterunser.

Auszüge aus dem Exerzitienbuch des Ignatius von Loyola





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