Ignatius von Loyola hat seine Geistlichen Übungen im sogenannten Exerzitienbuch niedergeschrieben. Pater Willi Lambert SJ, selbst Exerzitienbegleiter, schreibt zu den ignatianischen Exerzitien und zum Exerzitienbuch.

Was sind Exerzitien?

„Viele geistliche Zeiten nennen sich Exerzitien. Exerzitien sind im Vollsinn ignatianisch,

wenn sie Gott-zentriert sind, d.h. wenn ihr tiefstes Ziel ist, zur Begegnung des Menschen mit Gott hinführen zu wollen,
wenn sie übungsorientiert sind, d.h. wenn nicht nur über Themen nachgedacht wird, sondern wenn der Weg innerer Erfahrungen beschritten wird
wenn sie Christus-bezogen sind, d.h. wenn sie Jesus, die menschgewordene Liebe Gottes, die durch den Heiligen Geist in unsere Herzen ausgegossen ist, für das eigene Leben, für die eigene Berufung und Sendung bestimmend werden lassen,
wenn sie prozesshaft sind, d.h. wenn immer der jeweils eigene existenzielle Weg des einzelnen berücksichtigt wird,
wenn sie ganzheitlich sind, d.h. wenn der ganze Mensch mit Leib und Seele, mit Kopf und Herz und mit all seinen Kräften und seiner ganzen Lebensgeschichte da sein und Exerzitien machen darf.

Beim bloßen Lesen wirkt das Exerzitienbuch „trocken“ und schematisch. Es wurde gelegentlich mit einem Kochbuch verglichen, von dem ja gilt: Man wird nicht von einem Rezept satt, sondern vom gekochten Essen. So wird man auch geistlich nicht satt vom Lesen des Exerzitienbuches, sondern indem man sich auf die Exerzitien existentiell einlässt.“

W. Lambert SJ, Aus Liebe zur Wirklichkeit, Mainz 1994, 32 f


„Prinzip und Fundament“ – Kerntext des Exerzitienbuches

Der Mensch ist geschaffen, um Gott unseren Herrn zu loben, ihm Ehrfurcht zu erweisen und zu dienen und mittels dessen seine Seele zu retten; und die übrigen Dinge auf dem Angesicht der Erde sind für den Menschen geschaffen und damit sie ihm bei der Verfolgung des Ziels helfen, zu dem er geschaffen ist.

Daraus folgt, dass der Mensch sie soweit gebrauchen soll, als sie ihm für sein Ziel helfen, und sich soweit von ihnen lösen soll, als sie ihn dafür hindern.

Deshalb ist es nötig, dass wir uns gegenüber allen geschaffenen Dingen in allem, was der Freiheit unserer freien Entscheidungsmacht gestattet und ihr nicht verboten ist, indifferent machen. Wir sollen also nicht unsererseits mehr wollen: Gesundheit als Krankheit, Reichtum als Armut, Ehre als Ehrlosigkeit, langes Leben als kurzes; und genauso folglich in allem sonst, indem wir allein wünschen und wählen, was uns mehr zu dem Ziel hinführt, zu dem wir geschaffen sind.

Exerzitienbuch des Ignatius von Loyola, 23


Welche Ziele haben Ignatianische Exerzitien?

„Zunächst wollen sie die Beziehung zu Gott vertiefen, vor allem durch Meditation, Betrachtung, Gebet. Gottes Nähe und Liebe, seine Barmherzigkeit und Treue sollen erfahren werden.

Außerdem will man in Exerzitien sein Leben neu auf Gott hinordnen, d.h. sich zukünftig im Handeln weniger von Angst, Unheilem und Sündhaftem, sondern mehr von christlichen Werten und Idealen bestimmen lassen.

Schließlich helfen Exerzitien, Gottes Willen zu suchen und zu finden und dadurch konkrete Lebensentscheidungen zu treffen.

In Exerzitien beschäftigt man sich ausgiebig mit der Gestalt und dem Leben Jesu. Seine Ethik wird stärker in die eigene Lebensgestaltung integriert, seine Person wird zum Vorbild und Maßstab des Handelns.

Nach Exerzitien lebt man tiefer in der Nachfolge Christi.“

Stefan Kiechle SJ, Ignatius von Loyola, Freiburg 2001, 79

Gebet mit einer Schriftstelle, Wortmeditation





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